Feuerwerk der Chormusik - Operette - Musical - Liedermacher Samstag, 16. Oktober 2010, Stadthalle Maulbronn
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Chorkonzert des VokalEnsemble Maulbronn und Just For Fun aus Oberacker  Das Konzert stand unter dem Motto: Operette - Musical - Liedermacher Den ernsten Teil gestaltete das VokalEnsemble mit Melodien aus verschiedenen Operetten und speziell hierzu hatte Sabine wieder fantasievoll ein Bühnenbild entworfen. Es zeigte ein Schloss im Mond, Japanische Schriftzeichen, einen Goldfisch, einen Schwarm von Schmetterlingen und - da es in Operetten auch immer um Liebe geht - viele schöne rote Lippen. All das fand sich in einem Strauß bunter Operettenmelodien wieder. Gretl hatte ein Drehbuch geschrieben und so die unterschiedlichen Geschichten miteinander versponnen. Nacheinander führten Ingrid, Birgit und Elli das Publikum zwischen den Liedern mit kurzen Inhaltsangaben durch das Land der Operetten - in eine Welt, in der die Fantasie, die Liebe und Glückseligkeit sich mit der Musik vereinen und schöne Träume wahr werden lassen. Doch bis das Glück zwischen Mann und Frau vollkommen war, sorgen Intrigen und Verwechslungen für große Turbulenzen. Aber alles wird gut, wie sich bei Ein Glück, dass man sich so verlieben kann aus "Hochzeitsnacht im Paradies" von Friedrich Schröder zeigte. Es ist schon eine verflixte Sache mit dem Flirt, man findet ihn auf der ganzen Welt, und er ist nicht nur unter den Menschen verbreitet - wie es Sidney Jones in der Operette "Die Geisha" mit Der verliebte Goldfisch bewies.
Die Spielszene in einem japanischen Teehaus - bei der am Ende auch tatsächlich "das schwanke Glas zur Erde fiel" - wurde dargestellt von Sabine als Geisha und Klaus als Seeoffizier. Die Solopartien trug Christa mit ihrer klaren Stimme vor. Nicht ein Offizier, sondern ein Husar, der aus russischer Gefangenschaft fliehen konnte spielte in der nächsten Operette eine Rolle. Zurückgekehrt in sein geliebtes Ungarnland konnte er sein Mädel wieder ans Herz drücken und endlich heiraten. Wie verliebt die beiden sind wurde in dem temperamentvollen Lied Ja so ein Mädel, ungarisches Mädel aus "Viktoria und ihr Husar" von Paul Abraham deutlich. Dargestellt wurde das Liebespaar von Sebastian und seiner Freundin Carmen. Das ungarische Temperament hat es doch wirklich in sich, so konnte auch Fred Raymond in seiner Operette "Maske in Blau" nicht auf ein ungarisches Liebespaar verzichten. Er ließ die beiden bei einem Aufenthalt in San Remo eine reiche argentinische Plantagenbesitzerin kennenlernen, was die beiden veranlasst hatte, ihr Leben auf eine Hazienda am Rio Negro zu verlegen. Bei einem Fest kam das Heimweh durch und Die Juliska aus Budapest (Conny) wurde besungen. Auch hier fand sich ein glückliches Ende und genau das macht die Operette so liebenswert und wir können immer wieder die heile Welt in vollen Zügen genießen. Bei Paul Lincke ging die Fantasie so weit dass er in seiner Operette "Frau Luna" ein paar neugierige und unternehmungslustige Berliner in einer Vollmondnacht ihren selbst gebastelten Heißluftballon besteigen ließ und sie fuhren durch den Nachthimmel direkt zum Mond. Mit der Erkenntnis, dass es auf dem Mond auch nicht anders zugeht als in der eigenen Mansardenwohnung, ging die Reise wieder zurück auf die Erde. Ja, so ist es: Schlösser, die im Monde liegen bringen Kummer lieber Schatz. Hier kam bei den Solopartien Heidi mit ihrer kraftvollen Alt-Stimme zum Einsatz. Unsere Operetten-Komponisten haben es oft verstanden, auf traurige Kriegsereignisse mit Musik fröhlich zu reagieren, um daraus eine positive Seite zu gewinnen. So haben sich in der Operette "Glückliche Reise" von Eduard Künneke zwei Kriegskameraden nach dem 1. Weltkrieg nach Argentinien abgeseilt, um dort eine eigene Farm zu gründen. Nachdem sie zur alten Heimat durch Brieffreundinnen wieder Kontakt aufgenommen hatten, wollten die Farmer (Wolfgang und Christoph) die Frauen schließlich auch kennenlernen. Sie heuerten als Schiffsjungen an, trafen schließlich ihre Prachtmädels (Carmen und Tanja) in Berlin und versuchten diese zu überzeugen, dass sie mit ihnen nach Argentinien auswandern sollen: Kinder seid ihr gespannt, Kinder, das ist ein Land - innen ist der Palmenhain und rund herum ist der Stand. Wollt ihr wissen, wie 's dort ist? Ja, Am Amazonas, da wohnen uns're Ahnen, die schmeißen mit Bananen, wenn 's ihnen g'rad gefällt. Schließlich, kündigten die beiden Mädels im Reisebüro, was ihrem Chef (Paul) anfangs gar nicht gefiel. Doch er musste einsehen, dass die Liebe größer ist als alles andere und wünschte schlussendlich mit Wehmut noch eine Glückliche Reise - schreib' mir 'ne Karte, wenn du angekommen bist. Nach einem kräftigen Applaus ging das VokalEnsemble von der Bühne, um dem Chor Just For Fun aus Oberacker - der in die Welt der Musicals entführte - die Bühne für den zweiten Teil zu überlassen. Mit humorvollen Einlagen, kleinen Spielszenen und witzigen Überleitungen zwischen den einzelnen Liedbeiträgen präsentierte "Just For Fun" folgende Lieder: Little Shop Of Horrors und Zahnarzt aus dem Musical "Der kleine Horrorladen" (englischer Originaltitel "Little Shop of Horrors"), anschließend ein "Best of" mit dem Choral Highlights From Grease, es folgte "God Help The Outcast", ein ruhiges Stück aus "Der Glöckner von Notre Dame", als Kontrast wurde das anspruchsvolle Bohemian Rhapsody, das Freddie Mercury für die Rockband Queen geschrieben hat, vorgetragen, zum Abschluss legten die Sängerinnen und Sänger die Notenmappen aus der Hand und gaben mit einer Choreographie The Time Warp aus dem Musical "The Rocky Horror Picture Show" zum Besten. Der begeisterte Applaus war Just For Fun sicher; und nach diesen vielfältigen Darbietungen der Chöre hatten sich alle eine Pause verdient. Den dritten Teil gestaltete das VokalEnsemble und Just For Fun gemeinsam, hier kamen die Liedermacher Reinhard Mey und Udo Jürgens zum Zuge. Mit dem einfühlsamen Stück Welch' ein Geschenk ist ein Lied von Reinhard Mey wurde das Publikum eingestimmt. Auch der nächste Vortrag, ein nicht ganz so bekanntes Lied - Aber deine Ruhe findet Du trotz alledem nicht mehr - stimmte eher zum Nachdenken. Doch dabei sollte es nicht bleiben, denn Ich wollte immer mal nach Barbados zeigte die Tücken eines Familienurlaubs mit Kleinkindern bei schlechtem Wetter an der Nordsee anschaulich auf. (Die Strophen wurden jeweils von Solisten) gesungen. Von Barbados führte uns das nächste Lied über den Atlantik, denn Udo Jürgens ließ wissen: Ich war noch niemals in New York. Vom Heimweh der Gastarbeiter erzählte das bekannte Stück Griechischer Wein; und dass es manchmal ganz anders kommt als man denkt zeigte sich bei Vielen Dank für die Blumen. Das mitreißende Udo-Jürgens-Medley: Ein ehrenwertes Haus / Aber bitte mit Sahne / Mit 66 Jahren war der letzte Vortrag des heutigen Konzertes und das begeisterte Publikum bedankte sich mit viel und lange anhaltendem Applaus bei den Sängerinnen und Sängern sowie Herrn Brückmann, unserem musikalischen Leiter und Mann am Klavier sowie dem Schlagzeuger Alexander Fies. Mit stehenden Ovationen forderten die Gäste eine Zugabe, dem kamen wir mit Hello Dolly gerne nach. Damit endete die gelungene musikalische Vorstellung, doch die Besucher und Sänger blieben noch einige Zeit in gemütlicher Runde zusammen und ließen in bester Stimmung den abwechslungsreichen und sehr schönen Konzertabend ausklingen.
Programm:
Probenwochenende
Probenwochenende
Klosterstadt Maulbronn, Enzkreis
Besucherzaehler
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aktualisiert: 08.10.2018